Der Hut liegt bereit, die Sonnencreme auch. Auf der Tube stehen eine große Zahl, ein paar Pluszeichen und vielleicht ein kleines UVA im Kreis. Eigentlich möchtest du nur gut vorbereitet nach draußen gehen. Dafür lohnt es sich, diese Angaben einmal in Ruhe auseinanderzuhalten.
Sonnenschutz lässt sich an deinen Tag anpassen: an den Weg zum Markt, die Gartenarbeit oder einen Nachmittag am Wasser. Die Creme übernimmt dabei einen Teil. Kleidung, Schatten und die Zeit, die du in der Sonne verbringst, gehören genauso dazu.
Erst auf den Tag schauen, dann auf die Tube
Die Temperatur verrät dir wenig über die UV-Belastung. Hilfreicher ist der UV-Index für deinen Aufenthaltsort. Er beschreibt, wie stark die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung ist. Ab einem Wert von 3 empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation Schutzmaßnahmen: Schatten suchen, Haut mit Kleidung bedecken und unbedeckte Stellen eincremen. Ein breitkrempiger Hut und eine passende Sonnenbrille ergänzen das. WHO: Schutz vor UV-Strahlung
Die örtliche Vorhersage findest du beispielsweise beim Deutschen Wetterdienst. Das ist besonders nützlich, wenn du länger draußen bleiben möchtest. Der Blick aufs Thermometer allein kann an einem kühlen, klaren Tag leicht in die falsche Richtung führen.
Ein Platz unter einem Baum oder Sonnenschirm ist angenehm, bietet aber keinen vollständigen UV-Schutz. Auch gestreute und reflektierte Strahlung erreicht die Haut. Es ist deshalb sinnvoll, mehrere Schutzmaßnahmen zusammenzuverwenden.
Was SPF, UVA und PA bedeuten
SPF ist die englische Abkürzung für Sun Protection Factor, auf Deutsch Lichtschutzfaktor, kurz LSF. Die Zahl beschreibt den unter festgelegten Prüfbedingungen gemessenen Schutz vor sonnenbrandwirksamer Strahlung, vorwiegend UVB. Aus LSF 50 lassen sich für dich keine sicheren Stunden in der Sonne errechnen. Menge, Auftrag, Abrieb und tatsächliche Belastung unterscheiden sich vom Versuch. Die EU-Empfehlung 2006/647/EG erläutert die Schutzbewertung und ihre Grenzen.
Für UVA schaust du nach einer zusätzlichen Kennzeichnung:
| Angabe | Was sie dir sagt |
|---|---|
| UVA im Kreis | Der UVA-Schutz erreicht mindestens ein Drittel des angegebenen Lichtschutzfaktors. |
| PA mit Pluszeichen | Eine Einteilung des geprüften UVA-Schutzes in Schutzklassen. PA++++ steht für einen UVA-Schutzfaktor von mindestens 16; der genaue Wert kann höher sein. |
Den UVA-Kreis erklärt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Die PA-Einteilung ist in den JCIA-Standards zu SPF und UVA-Schutz beschrieben. Die Zeichen verwenden unterschiedliche Maßstäbe; PA++++ lässt sich daher nicht einfach mit dem UVA-Kreis gleichsetzen.
Für die praktische Auswahl empfiehlt die WHO Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 und Schutz vor UVA und UVB. Welche Textur und Produktart zu dir passen könnten, behandelt der zweite Beitrag dieser Reihe: Welche Sonnencreme passt zu deiner Haut und deinem Alltag?
Die Menge gehört zum Schutzfaktor
Bei der Prüfung werden zwei Milligramm Produkt je Quadratzentimeter Haut aufgetragen. Wenn deutlich weniger auf der Haut landet, ist der angegebene Schutz nicht einfach weiterhin vorhanden. Die Zahl auf der Tube kann eine zu dünne Schicht nicht ausgleichen.
Für eine Ganzkörperanwendung bei Erwachsenen gibt das Bundesamt für Strahlenschutz eine anschauliche Orientierung: Eine 200-ml-Flasche reicht etwa fünfmal, also ungefähr 40 ml pro Anwendung. Die benötigte Menge hängt auch von der Körpergröße und den einzucremenden Flächen ab. Das ist eine Größenordnung für den Körper, keine Mengenangabe fürs Gesicht. BfS: Sonnencreme ausreichend verwenden
Im Gesicht bekommen Ohren, Haaransatz und Hals schnell weniger Aufmerksamkeit als die Wangen. Nimm dir für einen gleichmäßigen Auftrag auf die unbedeckten Stellen etwas Zeit. Wenn du die großzügig aufgetragene Creme unangenehm findest, ist eine andere Textur einen Versuch wert. Die Menge immer weiter zu verkleinern wäre dafür keine gute Lösung.
Vor dem Losgehen und während des Tages
Trage Sonnenschutz schon vor der Sonnenexposition auf und beachte den zeitlichen Abstand, den deine Packung nennt. Damit wird aus dem Eincremen ein Teil der Vorbereitung, statt etwas, das erst nach der ersten Stunde am See einfällt.
Bei Aufenthalt draußen empfiehlt das BfS, mindestens alle zwei Stunden nachzucremen, besonders nach Baden und Abtrocknen. Warte in solchen Situationen nicht erst auf die Uhr. Die Zwei-Stunden-Angabe ist keine Zusage, dass die Schicht unter allen Bedingungen so lange unverändert bleibt. BfS: Sonnenschutz richtig anwenden
Nachcremen erhält beziehungsweise erneuert den Schutzfilm. Es setzt die UV-Belastung, die deine Haut bereits erhalten hat, nicht zurück. Die Dosis summiert sich auch bei eingecremter Haut; das erläutert das LGL in seinen Sonnenschutz-FAQs. Eine weitere Schicht ist deshalb kein Grund, den Aufenthalt in der Sonne zu verlängern.
Eine cremige Möglichkeit für den Alltag
Das Beauty of Joseon Relief Sun Rice + Probiotics, 50 ml ist ein Produktbeispiel mit SPF50+ PA++++. Wenn du eine Sonnencreme mit einem feuchtigkeitspflegenden, cremigen Hautgefühl suchst, kannst du diese Textur in deine Auswahl aufnehmen. Der Hersteller sieht sie als letzten Schritt der Basispflege vor.
Vielleicht begegnet dir dabei auch der Name Rice + Niacinamide. Beauty of Joseon beschreibt das als Umbenennung bei unveränderter Formel und Größe. So kannst du den anderen Namen einordnen; für deine konkrete Tube gelten weiterhin ihre Zutatenliste und Anleitung. Beauty of Joseon: Relief Sun und die neue Bezeichnung
Fürs Schwimmen oder schweißtreibenden Sport ist eine ausdrücklich wasserfeste Sonnencreme die passende Auswahlrichtung. Eine solche Eigenschaft wird für dieses Relief Sun nicht zugesichert. Der Hersteller empfiehlt für diese Aktivitäten ein wasserfestes Produkt. Ein hoher Schutzfaktor allein beantwortet die Frage nach Wasserfestigkeit also noch nicht.
Wenn es dich ans Meer zieht, führt dich unser vorhandener Beitrag Wie Meerjungfrauen ihre Haut pflegen zu den Haenyeo und zu allgemeinen Hinweisen für die Pflege nach Sonne, Salz und Wasser.
Und wenn der Sommer vorbei ist?
Eine Winterjacke beendet die UV-Belastung nicht automatisch. Sonnenhöhe, Aufenthaltsort, Höhe und reflektierende Flächen verändern die Situation; Schnee kann die Belastung deutlich erhöhen. Auch Wolken sind kein verlässlicher vollständiger Schutz. Die WHO erklärt die Einflüsse auf UV-Strahlung.
Behalte deshalb den UV-Index und deinen geplanten Aufenthalt im Blick. Für einen langen Tag in den Bergen brauchst du eine andere Vorbereitung als für einen kurzen Weg bei niedriger UV-Belastung. So wird aus einer pauschalen Kalenderregel eine Entscheidung, die zu deinem wirklichen Tag passt.
Was wir sicher wissen
- SPF beziehungsweise LSF und UVA-Angaben beschreiben unterschiedliche Aspekte des Schutzes.
- Die Prüfmenge beträgt 2 mg/cm²; ein sparsamer Auftrag kann den Schutz deutlich vermindern.
- Nachcremen setzt die bereits erhaltene UV-Belastung nicht zurück.
- Wasserfestigkeit braucht eine eigene Kennzeichnung. Kleidung und Schatten bleiben Teil des Sonnenschutzes.
Quellen
- WHO: Radiation – Protecting against skin cancer
- Deutscher Wetterdienst: UV-Index-Vorhersage
- Europäische Kommission: Empfehlung 2006/647/EG zur Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln und diesbezüglichen Herstellerangaben
- Bayerisches LGL: Fragen und Antworten zu Sonnenschutzmitteln
- Japan Cosmetic Industry Association: Standards zu SPF, PA und Wasserbeständigkeit
- Bundesamt für Strahlenschutz: Sonnencreme
- Beauty of Joseon: Relief Sun, Kennzeichnung und Anwendung
- WHO: Radiation – Ultraviolet radiation
Fach- und Produktangaben geprüft am 8. September 2026. Maßgeblich sind die Kennzeichnung und Anleitung deiner konkreten Packung.

