Ein Tiegel wird nicht besser, nur weil auf seiner Reise nach Deutschland der Abflugort Seoul war.
Koreanische Skincare kann sehr gut sein. Doch ihre Herkunft ist kein Wirksamkeitsbeweis. K-Beauty ist keine einzelne Rezeptur, sondern ein großer Markt mit guten, mittelmäßigen und ungeeigneten Produkten – wie überall.
Warum K-Beauty so beliebt ist
Viele Menschen mögen die leichten Texturen, die große Auswahl an Tonern, Essences und Sonnenschutzprodukten sowie das angenehme Gefühl beim Auftragen. Gute Formulierungen machen konsequente Anwendung leichter. Das ist ein echter Vorteil, auch wenn er sich nicht in einem spektakulären Vorher-nachher-Bild zeigen lässt.
Interessant ist auch der koreanische Begriff der funktionellen Kosmetik. Die koreanische Arzneimittel- und Lebensmittelbehörde MFDS führt dafür geregelte Kategorien, unter anderem für UV-Schutz und Produkte, die bei der Verbesserung von Falten helfen sollen. Je nach Produkt ist eine behördliche Prüfung oder Meldung mit Unterlagen zu Sicherheit und Funktion vorgesehen.
Das bedeutet trotzdem nicht, dass jedes koreanische Produkt geprüft wurde wie ein Arzneimittel – oder automatisch besser ist als ein europäisches.
Woran man ein gutes Produkt erkennt
Ein gutes Produkt passt zum Hautzustand, erfüllt einen klaren Zweck und wird vertragen. Seine Werbeaussagen sollten zur Formulierung und zu den vorhandenen Nachweisen passen.
Für Kosmetik, die regulär in der EU verkauft wird, gelten außerdem die europäischen Vorgaben: Dazu gehören eine verantwortliche Person und eine Sicherheitsbewertung vor dem Inverkehrbringen. Bei Direktimporten aus Shops außerhalb der EU sollte man deshalb genauer hinschauen.
Die sinnvollere Frage lautet also nicht: „Ist K-Beauty gut?“ Sondern: Ist dieses Produkt gut für diese Haut?
Was wir sicher wissen
- „Koreanische Skincare“ bezeichnet eine Herkunft und Produktkultur, keine einheitliche Qualitätsstufe.
- Die koreanische MFDS regelt bestimmte funktionelle Kosmetika, darunter Produkte für UV-Schutz und Faltenverbesserung.
- Kosmetik wird nicht nach denselben Maßstäben wie ein Arzneimittel zugelassen. Auch ein funktionelles Kosmetikprodukt bleibt Kosmetik.
- Produkte, die regulär in der EU in Verkehr gebracht werden, benötigen unabhängig vom Herkunftsland eine verantwortliche Person und eine Sicherheitsbewertung.
- Verträglichkeit, Formulierung und passende Anwendung sind wichtiger als das Herkunftsland auf der Verpackung.

