Die Foundation hält bis zum Abend. Nur beim Abschminken wäre es schön, wenn sie etwas weniger ausdauernd wäre. An den Nasenflügeln sitzt noch Farbe, am Haaransatz auch, und mit dem Waschlappen möchtest du eigentlich nicht schon wieder darüberreiben.
Für solche Abende kann ein Reinigungsöl hilfreich sein. Ob anschließend noch ein zweiter Reiniger gebraucht wird, hängt davon ab, was du abnehmen möchtest und wie gut das erste Produkt damit zurechtkommt. Wir gehen beides in Ruhe durch.
Was die beiden Reinigungsschritte übernehmen
Beim Double Cleansing folgt auf einen ölhaltigen Reiniger ein wasserbasierter Cleanser, etwa ein Waschgel. Auch ein Reinigungsbalm, der beim Verteilen weich wird, kann den ersten Schritt übernehmen.
Ein abwaschbares Reinigungsöl ist dafür formuliert, Make-up und fettige Rückstände zu lösen. Gibt man Wasser dazu, lässt es sich abspülen. Ein gewöhnliches Gesichtsöl hat nicht automatisch diese Eigenschaft; schau deshalb auf die Bezeichnung und Anwendung deiner Flasche.
Der zweite Cleanser nimmt bei Bedarf verbliebene Rückstände ab. Dafür muss er keinen großen Schaumberg bilden. Wähle lieber einen, mit dem du bereits gut zurechtkommst, und prüfe die Anwendung auf seiner Verpackung.
Die Kombination ist vor allem dann einen Versuch wert, wenn ein einzelner Reinigungsschritt hartnäckiges Make-up nicht ausreichend entfernt. Wenn dein Reiniger allein alles abnimmt und sich deine Haut danach angenehm anfühlt, gibt es keinen Anlass, allein wegen des Namens Double Cleansing noch eine Flasche dazuzustellen.
Und wenn du nur Sonnencreme trägst?
Auch dann kommt es auf die Formulierung an. Die Aussage „Sonnencreme braucht immer zwei Reiniger“ ist zu pauschal.
In einer kleinen Untersuchung mit 20 Personen ließ sich der getestete nicht wasserfeste Sonnenschutz sowohl mit dem untersuchten Schaumreiniger als auch mit dem Reinigungsöl entfernen. Beim wasserfesten Produkt schnitt das Öl besser ab. Getestet wurden einzelne Produkte, kein allgemeingültiger Vergleich sämtlicher Reiniger und auch kein Beleg dafür, dass anschließend zwingend ein zweiter Schritt nötig ist. Zur Originalstudie.
Für deine Auswahl bedeutet das: Schau zuerst nach, welche Reinigung der Hersteller deines Sonnenschutzes empfiehlt. Wasserfestigkeit ist ein hilfreicher Hinweis, sich die Abnahme genauer anzusehen.
Reinigungsöl anwenden, ohne daraus ein Abendprogramm zu machen
Das SKIN1004 Madagascar Centella Light Cleansing Oil ist ein Beispiel für diesen ersten Reinigungsschritt. Laut Hersteller kommt es auf trockene Haut und wird mit Wasser aufemulgiert. So sieht der Ablauf aus:
- Trocken beginnen. Mit trockenen, sauberen Händen das Öl nach Packungsangabe auftragen.
- Sanft verteilen. Make-up vorsichtig lösen; für die Augenpartie die Produkthinweise beachten.
- Wasser dazugeben. Hände anfeuchten und weiter verteilen, bis eine milchige Mischung entsteht.
- Gründlich abspülen. Lauwarmes Wasser verwenden; Kinnrand und Haaransatz mitnehmen.
Bleiben noch Rückstände, folgt der milde Cleanser entsprechend seiner Anleitung. Danach das Gesicht mit einem weichen Handtuch abtupfen. Auf kräftiges Rubbeln oder eine Reinigungsbürste kannst du verzichten. Die American Academy of Dermatology empfiehlt die Reinigung mit den Fingerkuppen und lauwarmem Wasser.
Das SKIN1004-Öl enthält laut Hersteller unter anderem Bergamotte-, Geranien- und Rosenöl. Wenn du duftende Pflanzenöle meidest, passt ein anderes Produkt möglicherweise besser. Prüfe dafür die aktuelle Zutatenliste deiner Packung; der Centella-Name allein entscheidet die Verträglichkeit nicht.
Zwei kleine Entscheidungen erleichtern den Einkauf
Bevor ein Set im Warenkorb landet, überlege, welcher Teil deiner bisherigen Reinigung schwierig ist. Bleibt lang haftendes Make-up zurück? Dann suchst du gezielt etwas für dessen Abnahme. Magst du hingegen nur das Gefühl deines Waschgels nicht, muss die Antwort kein zusätzliches Öl sein. Vielleicht passt ein anderer einzelner Reiniger besser.
Und wenn du ein Reinigungsöl ausprobieren möchtest, ändere möglichst nicht gleichzeitig auch den Cleanser. Mit einem vertrauten zweiten Produkt lässt sich leichter beurteilen, ob die Ergänzung angenehm ist und dir beim Abschminken tatsächlich Arbeit abnimmt.
Ein Spannungsgefühl nach dem Waschen ist jedenfalls kein Grund, noch gründlicher nachzureinigen. Brennt ein Produkt oder wird die Haut deutlich rot, beende die Anwendung. Anhaltende Beschwerden gehören dermatologisch abgeklärt; weitere Reinigungsexperimente helfen dann bei der Einordnung wenig.
Wo Double Cleansing in deiner Routine Platz hat
Aus einem Abend mit wasserfestem Make-up entsteht keine Verpflichtung, am nächsten Morgen wieder beide Flaschen zu benutzen. Im Beitrag zur Skincare-Routine morgens und abends findest du den Vergleich der Tageszeiten.
Wenn dir beim Suchen die 4-2-4-Regel begegnet ist: Dort ordnen wir die festen Minutenangaben dieses Reinigungstrends ein. Hier genügt für den Anfang die Anwendung deines konkreten Produkts, ohne Stoppuhr am Waschbecken.
Die Schritte nach der Reinigung kannst du in unserer Übersicht zur koreanischen Hautpflege-Routine nachlesen. Wähle dort die Ergänzungen, die zu deiner vorhandenen Pflege und deinem Alltag passen.
Was wir sicher wissen
- Double Cleansing verbindet einen ölhaltigen mit einem wasserbasierten Reinigungsschritt. Die Kombination ist nicht für jede Routine erforderlich.
- Wie gut sich Sonnenschutz entfernen lässt, hängt von den konkreten Formulierungen ab. Die genannte Untersuchung umfasste nur 20 Personen und ausgewählte Produkte.
- Beim beschriebenen SKIN1004-Öl gehört das Aufemulgieren mit Wasser vor dem Abspülen zur Herstelleranwendung.
- Die American Academy of Dermatology empfiehlt sanfte Reinigung ohne Schrubben.
Quellen
- Chen et al.: The optimal cleansing method for the removal of sunscreen: Water, cleanser or cleansing oil? – Originalstudie; Grenzen der untersuchten Produktkombinationen beachten.
- American Academy of Dermatology: Face washing 101 – dermatologische Hinweise zur Gesichtsreinigung.
- SKIN1004: Centella Light Cleansing Oil – Herstellerangaben zu Anwendung und Zutaten.

