AHA, BHA und PHA: Welches Peeling passt zu deiner Haut?

AHA, BHA und PHA: Welches Peeling passt zu deiner Haut?

Ein Peeling kann heute so flüssig sein wie Wasser. Es steckt in Tonern, Seren oder bereits getränkten Pads, und manchmal steht das Wort „Peeling“ erst auf der Rückseite. Wenn dann noch AHA, BHA und PHA dazukommen, wird aus einem eigentlich kleinen Pflegeschritt schnell eine längere Recherche.

Fangen wir bei deinem Anliegen an: Fühlt sich die Haut rau an? Stören dich Mitesser? Oder suchst du vor allem etwas, das empfindliche Haut gut verträgt? Davon hängt mehr ab als von der Zahl auf dem Etikett. Und wenn sich deine Haut gerade wohlfühlt, braucht sie keinen zusätzlichen Peelingschritt, nur weil er in einer Routine vorkommt.

Was ein Säurepeeling macht

An der Hautoberfläche lösen sich fortlaufend abgestorbene Hornzellen. Ein chemisches Peeling unterstützt diesen Vorgang durch seine Inhaltsstoffe; ein mechanisches Peeling arbeitet beispielsweise mit Körnchen oder einer Bürste. Beides zusätzlich zu benutzen, ist für eine gründliche Pflege nicht erforderlich. Die American Academy of Dermatology erklärt die Unterschiede und das Risiko zu intensiven Peelings.

Auch eine sanfte Textur kann wirksame Säuren enthalten. Ein wässriger Toner ist deshalb nicht automatisch ein Feuchtigkeitstoner, den du großzügig in mehreren Schichten aufträgst. Schau auf den ausgeschriebenen Wirkstoff und die Anwendungshinweise.

AHA: Wenn sich die Oberfläche rau anfühlt

Zu den Alpha-Hydroxysäuren gehören unter anderem Glykolsäure und Milchsäure. In der Zutatenliste findest du sie als Glycolic Acid und Lactic Acid. AHAs können den Zusammenhalt zwischen oberflächlichen Hornzellen lockern und deren Ablösung unterstützen. Das ist der Gedanke hinter einem glatteren Hautgefühl. DermNet beschreibt diese Wirkung von AHAs.

Wenn du vor allem über eine ungleichmäßig raue Oberfläche nachdenkst, kann ein entsprechend formuliertes AHA-Produkt eine Möglichkeit sein. Raue, schuppige Haut kann aber zugleich trocken und gereizt sein. Spannt oder brennt sie bereits, würde ich zuerst die bisherige Pflege vereinfachen. Im Beitrag über die Hautbarriere und das Gefühl von Spannen oder Brennen schauen wir uns diese Situation genauer an.

BHA: Bei Mitessern genauer hinschauen

Mit BHA ist in der Hautpflege meistens Salicylsäure gemeint, auf der Zutatenliste Salicylic Acid. Sie wirkt keratolytisch: Sie unterstützt das Lösen von Hornmaterial und kann dadurch bei verstopften Poren hilfreich sein. DermNet erläutert die Eigenschaften und Anwendung von Salicylsäure.

Das macht BHA zu einem möglichen Ansatz, wenn Mitesser dein eigentliches Anliegen sind. Die kleinen Punkte auf der Nase sind allerdings nicht alle Mitesser. Häufig siehst du auch normale Talgfäden. Eine Säure muss nicht jeden sichtbaren Punkt beseitigen. Unser Beitrag über große Poren, Talgfäden und Mitesser hilft dir, diese Unterschiede einzuordnen.

PHA: Eine mögliche Alternative bei empfindlicher Haut

PHA steht für Polyhydroxysäuren. Ein häufiges Beispiel ist Gluconolactone. In einer zwölfwöchigen klinischen Vergleichsstudie wurde eine Gluconolacton-Routine besser vertragen als die untersuchte Glykolsäure-Routine; Brennen und Stechen waren bei der AHA-Gruppe stärker ausgeprägt. An der Studie von Edison und Kolleginnen und Kollegen waren Forschende eines Kosmetikherstellers beteiligt.

PHA kann deshalb eine Überlegung wert sein, wenn du ein Peeling suchst und schnell auf Pflege reagierst. Entscheidend bleibt das fertige Produkt. Aus dem Vergleich zweier Routinen folgt keine Garantie, dass jede PHA-Formulierung für deine Haut angenehm ist. Auf bereits gereizter Haut würde ich auch ein als mild beschriebenes Peeling erst einmal weglassen.

Warum zwei Prozent nicht alles sagen

Säureart, Konzentration, pH-Wert und die übrige Rezeptur beeinflussen die Wirkung eines Peelings. Zwei Produkte mit derselben Prozentzahl können sich deshalb unterschiedlich verhalten. Und Citric Acid in einer Zutatenliste kann auch zur Einstellung des pH-Werts dienen, ohne dass das Produkt als Peeling gedacht ist. Diese Zusammenhänge beschreibt die US-Behörde FDA zu AHAs in Kosmetik.

Für die Auswahl würde ich deshalb drei Dinge zusammenlesen: das Pflegeanliegen, die vollständige Produktbeschreibung und die Anleitung. Die höchste Zahl ist kein sinnvolles Einkaufsziel.

Ein konkretes Beispiel: Anua BHA 2% Gentle Exfoliating Toner

Der Anua BHA 2% Gentle Exfoliating Toner enthält laut Hersteller zwei Prozent Salicylsäure sowie unter anderem Panthenol und Ceramide. Damit ist er ein BHA-Peeling in Tonerform. Die ergänzenden Inhaltsstoffe machen Salicylsäure nicht automatisch reizfrei.

Anua empfiehlt einen langsamen Einstieg und die Beobachtung der Hautreaktion. Richte Menge, Häufigkeit und Anwendung nach der Anleitung deiner Packung aus. Ein solcher Toner bleibt auf der Haut; für ein abzuwaschendes Peeling gelten andere Hinweise.

Ich würde zu Beginn den übrigen Ablauf vertraut halten: Reinigung, das ausgewählte Peeling nach Anleitung und eine bereits gut verträgliche Feuchtigkeitspflege. Wenn du schon Retinol oder andere peelende Produkte verwendest, prüfe diese Kombination vorab. Die AAD weist darauf hin, dass zusätzliche Exfoliation unter anderem bei Retinol oder medizinischer Aknepflege die Reizung verstärken kann.

Sonnenschutz gehört dazu

Bei AHAs ist eine erhöhte Sonnenempfindlichkeit belegt. Die FDA empfiehlt Sonnenschutz, schützende Kleidung und begrenzte Sonnenexposition während der Anwendung und noch eine Woche danach. Diese Aussage bezieht sich auf AHAs; sie ist kein pauschaler Beleg für jede Säuregruppe. Auch Anua nennt Sonnenschutz in seiner Produktanleitung.

Wenn ein Peeling unangenehm brennt oder deutliche Reizungen auslöst, pausiere es. Eine gut passende Pflege lässt sich daran erkennen, dass du im Alltag mit ihr zurechtkommst. Weitere Orientierung zu den Namen auf deinen Produkten findest du in unserer Übersicht Inhaltsstoffe in K-Beauty.

Was wir sicher wissen

  • AHA, BHA und PHA sind unterschiedliche Säuregruppen; die fertige Rezeptur zählt mit.
  • Salicylsäure kann bei verstopften Poren hilfreich sein. Normale Poren bleiben sichtbar.
  • Anwendung und Häufigkeit richten sich nach dem konkreten Produkt und seiner Verträglichkeit.
  • Bereits gereizte Haut braucht eine Peelingpause; AHA-Anwendung verlangt besondere Aufmerksamkeit beim Sonnenschutz.

Quellen

Fach- und Produktangaben geprüft am 8. September 2026.